Methylbromid: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 3. Juli 2008, 06:42 Uhr
Methylbromid wird zur Bekämpfung von Ungeziefer eingesetzt. In der Logistik kommt es häufig bei der Behandlung von Paletten zum Einsatz.
Chem.: CH3Br UN-Nr.: 1062 GGK: 2.3 und 6.1
Inhaltsverzeichnis
Einsatz
Methylbromid wird zur Ungeziefierbekämfung eingesetzt, häufig werden Paletten und Vollholz-Verpackungen die nach Übersee verschickt werden mit Methylbromid begast um die Verschleppung von Schädlingen zu vermeiden. Im Montreal-Protokoll wurde 1987 der Ausstieg aus der Nutzung von Methylbromid als Begasungsmittel festgelegt, der Zeitpunkt des Ausstiegs wurde jedoch immer wieder verschoben, da gerade die USA das Gas häufig zur Behandlung von Lebensmitteln einsetzen. Die Methylbromid-Behandlung von Europaletten ist nicht mehr zugelassen.
Eigenschaften
Methylbromid ist ein farbloses, komprimierbares Flüssiggas, als Gemisch mit Sauerstoff ist es Explosiv. Bei Erwärmung seigt die Berstgefahr des Behälters aufgrund der Druckerhöhung. Methylbromid ist schwerer als Luft und verdrängt Sauerstoff, es breitet sich daher am Boden und an tiefgelegenen Stellen aus. Bei Kontakt mit Aluminium, Magnesium, reinem Sauerstoff und Zink besteht akute Brand- und Explosionsgefahr. Erhitzen oder Verbrennen führt zu einer Zersetzung des Stoffes, er bildet dabei korrosive, toxische Dämpfe. In Verbindung mit Wasser greift Methylbromid viele Metalle an.
Symptome
Methylbromid ist ein Kontaktgift, es kann durch die Haut oder durch einatmen aufgenommen werden. Es reizt die Haut, die Augen und die Atemwege.
Augen
- Rötungen
- Schmerzen
- verschwommener Blick
- schwere Verbrennungen
- Bindehautentzündungen
- vorübergehende Sehbeeinträchtigungen
Haut
- Rötungen
- Schmerzen
- Verätzungen
- brennendes Gefühl
- Schorf- und Blasenbildung.
- Erfrierungen, bei direktem Kontakt mit der Flüssigkeit
Wird das Gas freigesetzt wird sehr schnell eine toxische Konzentration durch Sauerstoffverdrängung erreicht.
Einatmen
- Übelkeit
- Erbrechen
- abdominelle Schmerzen
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Müdigkeit
- Verwirrung
- Halluzinationen
- Sprachstörungen
- muskuläre Krämpfe
- Mattigkeit
- Koordinationsstörungen
Wurde das Gas eingeatmet kann als Folge ein toxisches Lungeödem hervorgerufen werden. Dieses ist in jedem Fall mit Kortison zu Behandeln. Bereits nach einer kurzen Einwirkzeit kann es zu Schädigungen der Lunge, der Nieren und des zentralen Nervensystems (psychische Störungen) kommen. Die Einwirkung hoher Konzentrationen verursachen Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit und können tödlich wirken. Nach einer wiederholten oder länger andauernden Einwirkung können die Lunge, die Leber, das Herz und das Nervensystem geschädigt werden. Es können sich Lähmungen und Halluzinationen einstellen. Alle Symptome können sich Zeitverzögert einstellen.
Hilfe
Opfer sind mit einer umluftunabhängigen Atemschutzausrüstung aus dem Gefahrenbereich zu bergen. Eine Beatmung kann notwendig sein, dabei erhält der Patient mind. 4 Liter Sauerstoff pro Minute. Bei einem Verdacht auf ein toxisches Lungenödem erhält der Patient Kortison inhalativ und parenteral. Sind Erfrierungen durch direkten Hautkontakt eingetreten ist diese mit viel Wasser zu spülen. Die Kleidung darf nicht entfernt werden. Wurden die Augen geschädigt werden die sorgfältig mit Wasser gespült. Eine klinische Überwachung hat auf jeden Fall zu erfolgen, weitere Massnahmen werden nach den auftretenden Symptomen getroffen.
Vorsichtsmaßnahmen
Offene Flammen und Funkenbildung sind zu vermeiden. Es darf nicht geraucht werden. Vor allem Schwangere, Kinder und Jugendliche sollen den Kontakt mit dem Stoff vermeiden. Die Hände sind durch kälteisolierende Schutzhandschuhe zu schützen. Die Augen sind durch eine Schutzbrille oder einen anderen geeigneten Gesichtsschutz zu schützen. Bei der Personenrettung muss ein gasdichter Vollschutzanzug getragen werden. Der Gefahrenbereich ist zu verlassen und ein Fachmann (Feuerwehr) muss die Gefahr einschätzen.