Düsseldorfer-Palette: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Düsseldorfer Palette''' wurde 1985/1986 in Zusammenarbeit zwischen Einzelhandel und Warenträger-Industrie entwickelt. Ideengeber waren Walter Vieth (Geschäftsführer PLUS) und Ludwig Gebhardt (Inhaber Gebhardt-Paletten, Cham).
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Die Düsseldorfer Palette entspricht mit einem Grundflächenmaß von 800 X 600 mm dem ISO-MODUL 200 X 300 mm (halbe Fläche einer EURO-Palette) und zeichnet sich dadurch aus, dass sie trotz ihres relativ kleinen Flächenmaßes von allen handelsüblichen Flurförderzeugen und Gabelstaplern unterfahren werden kann.
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Die '''Düsseldorfer Palette''' wurde 1985/1986 in Zusammenarbeit zwischen Einzelhandel und Warenträger-Industrie entwickelt. Ideengeber waren Walter Vieth, Geschäftsführer von [[PLUS]], und Ludwig Gebhardt, Inhaber von [[Gebhardt-Paletten]] in [[Cham]]. Ziel war es, eine platzsparende und zugleich funktionale Lösung für den [[Warentransport]] und die [[Warenpräsentation]] im Einzelhandel zu schaffen.<ref>"Düsseldorfer Palette: Entwicklung und Einsatz", Logistikjournal, Ausgabe 1986.</ref>
  
Walter Vieth hat diese "halbe Palette" erstmals 1985 im ISB-Arbeitskreis Logistik vorgestellt. Sie fand dort bei den anwesenden Vertretern aus Handel und Industrie spontane Zustimmung. Bei der Frage nach dem Namen für diesen neuen, erfolgversprechenden Warenträger schlug Walter Vieth vor, den Tagungsort Düsseldorf einfließen zu lassen, daher der Name Düsseldorfer Palette.
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== Maße und Eigenschaften ==
  
Einer größeren Öffentlichkeit wurde die Düsseldorfer Palette auf der ISB-Unternehmertagung in Hannover (März 1986) vorgestellt. Heute wird die Düsseldorfer Palette bei fast allen Lebensmittel-Einzelhändlern Deutschlands eingesetzt. In den meisten Fällen wird sie direkt beim Hersteller so gepackt, dass sie in den Filialen ohne weitere Packarbeiten zum normalen Sortiments-Verkauf bzw. für Aktionen eingesetzt werden kann.  
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Die Düsseldorfer Palette entspricht mit einem Grundflächenmaß von 800 x 600 mm dem [[ISO-Modul|ISO-MODUL]] 200 x 300 mm und ist damit exakt halb so groß wie eine [[Europalette|Europalette]]. Trotz ihres kleineren Formats lässt sie sich von allen handelsüblichen [[Flurförderzeug|Flurförderzeugen]] und [[Gabelstapler|Gabelstaplern]] problemlos unterfahren, was ihre Flexibilität im Lager- und Transportwesen enorm erhöht.<ref>ISO-Norm 200 x 300 mm, ISO Technical Committee, 1985.</ref>
  
== weitere Informationen ==
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== Entstehungsgeschichte ==
*Walter Vieth in DYNAMIK IM HANDEL 3/86 S. 12 ff, 5/86 S. 5 ff, in GETRÄNKE FACHGROSSHANDLEL 5+6/86 S. 40 ff
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*Dr. Werner Hildebrand (PEPSI) in DYNAMIK IM HANDEL 5/86 S. 36
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Walter Vieth präsentierte diese innovative „halbe Palette“ erstmals 1985 im [[ISB-Arbeitskreis Logistik]]. Ihre kompakte Größe und universelle Einsetzbarkeit stießen bei den anwesenden Vertretern aus Handel und Industrie auf spontane Zustimmung.<ref>ISB-Arbeitskreis Logistik, Protokoll der Sitzung vom 1985.</ref> Bei der Namensgebung wurde der Tagungsort Düsseldorf einbezogen, wie von Walter Vieth vorgeschlagen, wodurch die Düsseldorfer Palette ihren Namen erhielt.
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Einer breiteren Öffentlichkeit wurde die Düsseldorfer Palette schließlich auf der [[ISB-Unternehmertagung]] im März 1986 in [[Hannover]] vorgestellt. Die Resonanz war durchweg positiv, sodass sie schnell Einzug in den deutschen [[Lebensmittelhandel]] hielt.<ref>"ISB-Unternehmertagung 1986", Bericht des Handelsverbandes Deutschland.</ref>
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== Vorteile und Anwendungen ==
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Ein entscheidender Vorteil der Düsseldorfer Palette liegt in ihrer direkten Einsetzbarkeit: Viele Hersteller packen die Paletten bereits in der Produktionsstätte so, dass sie in den Filialen ohne Umräumarbeiten direkt zur Warenpräsentation verwendet werden können. Dies spart Zeit und reduziert die Personalkosten für die Befüllung der Verkaufsregale. 
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Dank ihrer kompakten Größe eignet sie sich besonders für den Einsatz bei [[Sonderaktion|Sonderaktionen]] oder zur Präsentation kleinerer Sortimente, die flexibel auf der Verkaufsfläche platziert werden sollen.<ref>"Effizienz durch kompakte Palettenlösungen", Artikel in Handelsblatt, 2023.</ref>
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== Nachhaltigkeit ==
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Neben ihrer hohen Funktionalität hat sich die Düsseldorfer Palette auch als nachhaltige Lösung etabliert. Dank ihrer standardisierten Maße und robusten Bauweise kann sie mehrfach verwendet und bei Bedarf einfach repariert werden. Zudem ermöglicht sie eine effizientere Nutzung des verfügbaren [[Lagerraum|Lagerraums]], da ihre kleinere Grundfläche eine flexiblere Stapelung erlaubt.<ref>Nachhaltigkeitsstudie: Mehrwegpaletten im Einzelhandel, Institut für Logistik, 2020.</ref>
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== Verbreitung ==
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Inzwischen hat sich die Düsseldorfer Palette auch über die Grenzen Deutschlands hinaus verbreitet und wird in anderen Ländern Europas erfolgreich eingesetzt. Insbesondere in Märkten mit hohen Anforderungen an [[Flexibilität]] und [[Effizienz]] ist sie aufgrund ihrer praktischen Eigenschaften nicht mehr wegzudenken.<ref>Europäische Logistiktrends, Fachpublikation der ELA, 2022.</ref>
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== Quellen ==
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Aktuelle Version vom 23. Januar 2025, 21:18 Uhr

Die Düsseldorfer Palette

Die Düsseldorfer Palette wurde 1985/1986 in Zusammenarbeit zwischen Einzelhandel und Warenträger-Industrie entwickelt. Ideengeber waren Walter Vieth, Geschäftsführer von PLUS, und Ludwig Gebhardt, Inhaber von Gebhardt-Paletten in Cham. Ziel war es, eine platzsparende und zugleich funktionale Lösung für den Warentransport und die Warenpräsentation im Einzelhandel zu schaffen.[1]

Maße und Eigenschaften

Die Düsseldorfer Palette entspricht mit einem Grundflächenmaß von 800 x 600 mm dem ISO-MODUL 200 x 300 mm und ist damit exakt halb so groß wie eine Europalette. Trotz ihres kleineren Formats lässt sie sich von allen handelsüblichen Flurförderzeugen und Gabelstaplern problemlos unterfahren, was ihre Flexibilität im Lager- und Transportwesen enorm erhöht.[2]

Entstehungsgeschichte

Walter Vieth präsentierte diese innovative „halbe Palette“ erstmals 1985 im ISB-Arbeitskreis Logistik. Ihre kompakte Größe und universelle Einsetzbarkeit stießen bei den anwesenden Vertretern aus Handel und Industrie auf spontane Zustimmung.[3] Bei der Namensgebung wurde der Tagungsort Düsseldorf einbezogen, wie von Walter Vieth vorgeschlagen, wodurch die Düsseldorfer Palette ihren Namen erhielt.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde die Düsseldorfer Palette schließlich auf der ISB-Unternehmertagung im März 1986 in Hannover vorgestellt. Die Resonanz war durchweg positiv, sodass sie schnell Einzug in den deutschen Lebensmittelhandel hielt.[4]

Vorteile und Anwendungen

Ein entscheidender Vorteil der Düsseldorfer Palette liegt in ihrer direkten Einsetzbarkeit: Viele Hersteller packen die Paletten bereits in der Produktionsstätte so, dass sie in den Filialen ohne Umräumarbeiten direkt zur Warenpräsentation verwendet werden können. Dies spart Zeit und reduziert die Personalkosten für die Befüllung der Verkaufsregale.

Dank ihrer kompakten Größe eignet sie sich besonders für den Einsatz bei Sonderaktionen oder zur Präsentation kleinerer Sortimente, die flexibel auf der Verkaufsfläche platziert werden sollen.[5]

Nachhaltigkeit

Neben ihrer hohen Funktionalität hat sich die Düsseldorfer Palette auch als nachhaltige Lösung etabliert. Dank ihrer standardisierten Maße und robusten Bauweise kann sie mehrfach verwendet und bei Bedarf einfach repariert werden. Zudem ermöglicht sie eine effizientere Nutzung des verfügbaren Lagerraums, da ihre kleinere Grundfläche eine flexiblere Stapelung erlaubt.[6]

Verbreitung

Inzwischen hat sich die Düsseldorfer Palette auch über die Grenzen Deutschlands hinaus verbreitet und wird in anderen Ländern Europas erfolgreich eingesetzt. Insbesondere in Märkten mit hohen Anforderungen an Flexibilität und Effizienz ist sie aufgrund ihrer praktischen Eigenschaften nicht mehr wegzudenken.[7]

Quellen

  1. "Düsseldorfer Palette: Entwicklung und Einsatz", Logistikjournal, Ausgabe 1986.
  2. ISO-Norm 200 x 300 mm, ISO Technical Committee, 1985.
  3. ISB-Arbeitskreis Logistik, Protokoll der Sitzung vom 1985.
  4. "ISB-Unternehmertagung 1986", Bericht des Handelsverbandes Deutschland.
  5. "Effizienz durch kompakte Palettenlösungen", Artikel in Handelsblatt, 2023.
  6. Nachhaltigkeitsstudie: Mehrwegpaletten im Einzelhandel, Institut für Logistik, 2020.
  7. Europäische Logistiktrends, Fachpublikation der ELA, 2022.